Keine verbrauchsbasierten Energieausweise mehr nach EnEV 2016?


Verbrauchsbasierter_EAW

Mit dem 01. Januar 2016 sind wieder einige neue, verschärfte Bestimmungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft getreten.

Ein Gerücht, dass sich seit Jahresanfang recht hartnäckig hält: Mit dem Inkrafttreten der EnEV 2016 seien verbrauchsbasierte Energieausweise nicht länger möglich. Dem möchten wir klar widersprechen. Auch 2016 dürfen weiterhin verbrauchsbasierte Energieausweise mit einer Gültigkeit von 10 Jahren ausgestellt werden.

Den verbrauchsbasierten Energieausweis für Wohngebäude (69 Euro) und den verbrauchsbasierten Energieausweis für Nichtwohngebäude (79 Euro) können Sie über unsere simplen Online-Formulare bestellen.

Folgende Daten benötigen Sie dazu:

  • Wohnfläche oder Nettogrundfläche (in m²)
  • Wohneinheiten
  • Leerstand (in %)
  • Baujahr des Gebäudes
  • Baujahr der Heizungsanlage
  • Energieträger/Heizungssystem
  • Energieverbrauch der letzten drei Jahre

Ob Ihr Gebäude für einen verbrauchsbasierten Energieausweis qualifiziert ist, erfahren Sie mit diesem kurzen Test.

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Wie kommt man einfach und schnell an die Verbrauchsabrechnungen für den Energieausweis?


Seit vergangenem Jahr müssen Immobilieneigentümer bei Vermietung oder Verkauf in fast jedem Fall einen gültigen Energieausweis vorlegen. Für die Ausstellung des günstigen verbrauchsbasierten Energieausweises werden Verbrauchsdaten für Heizenergie (Heizöl, Gas, Fernwärme oder Strom) für mindestens drei aufeinanderfolgende Jahre benötigt, und zwar für das gesamte Gebäude.

Oft stehen unsere Kunden vor dem Problem, dass ihnen die benötigten Angaben aus den verschiedensten Gründen nicht zur Verfügung stehen, z.B. weil

  • die alten Verbrauchsabrechnungen des Energieversorgers nicht aufgehoben wurden
  • weil das Haus erst kürzlich erworben wurde und keine alten Unterlagen des Verkäufers mehr vorliegen
  • weil es verschiedene Wohnungseigentümer im Haus gibt, die sich die Verbrauchsunterlagen nicht aushändigen
  • weil es sehr aufwendig ist, sich die Abrechnungen vieler Mieter mit Einzelheizungen zu beschaffen

Featured imageIn vielen Fällen erhalten sie dann an anderer Stelle den Rat, doch besser einen bedarfsorientierten Energieausweis ausstellen zu lassen, dessen Erstellung aber deutlich (zeit-)aufwendiger und teurer ist.

Aus unserer Erfahrung gibt es aber fast immer eine einfache Möglichkeit, die erforderlichen Daten kurzfristig zu beschaffen und den einfachen Verbrauchsausweis auszustellen … für Eigentümer die schnellere und billigere Option.

 

Der kurze Weg zu den Verbrauchsdaten

Und das geht folgendermaßen: In aller Regel erhalten Hauseigentümer bzw. Teileigentümer Gas- oder Stromverbräuche auf Nachfrage vom betreffenden Energieversorger. Dieser ist verpflichtet, diese Daten an den Hauseigentümer zu übergeben (ggf. anonymisiert), und kann die Herausgabe auch nicht mit Verweis auf den Datenschutz verweigern. In vielen Fällen reicht hier schon ein Anruf und die Verbräuche des Hauses werden kurzfristig per Fax übermittelt.

 

Ermittlung des zuständigen Versorgers oder Netzbetreibers in manchen Fällen schwierig

Schwieriger kann es werden, wenn der Energieversorger nicht mehr ermittelt werden kann, es Versorgerwechsel in den letzten Jahren gab oder Mietparteien Energie von verschiedenen Versorgern bezogen haben. Hier ist der einfachste Weg, den örtlichen Versorgungsnetzbetreiber zu ermitteln, bei dem zumindest die bezogenen Gesamtverbräuche der Liegenschaft vorliegen. Auch dieser muss die Verbrauchsdaten herausgeben. Teilweise werden dafür Gebühren zwischen 20 € und 60 € erhoben, was unserer Meinung nach aber eigentlich unzulässig ist. Dennoch lohnt sich der Aufwand in aller Regel.

Wer sich in der beschriebenen Situation befindet, sich aber die Recherche der Ansprechpartner und ein paar Telefonate oder Schriftwechsel sparen möchte, dem bieten wir gern unseren Service zur Datenbeschaffung an. Wir beschaffen dann für Sie binnen weniger Tage alle notwendigen Verbrauchsdaten zu Ihrer Immobilie.

Genauere Informationen zu unserem Datenservice erhalten Sie hier.

In vielen Fällen ist der aufwendige bedarfsorientierte Energieausweis überflüssig


Seit Ende 2008 müssen Hauseigentümer, die einen Energieausweis für Ihr Haus benötigen, den sehr aufwendigen und teuren bedarfsorientierten Energieausweis ausstellen lassen, wenn ihr Haus vor 1978 erbaut wurde.
Was viele Betroffene nach wie vor nicht wissen, ist, dass es einige Ausnahmen von dieser Regel gibt, die in der Praxis auf sehr viele Gebäude zutreffen.
Der günstige Verbrauchsausweis ist auch dann für Häuser möglich, die vor 1978 gebaut wurden, wenn:

  • das Gebäude mehr als 4 Wohneinheiten besitzt
  • das Gebäude nach 1977 maßgeblich saniert oder umgebaut wurde
  • das Gebäude im Originalzustand oder durch nachträgliche Modernisierung ein energetisches Niveau erreicht, das den Anforderungen der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 entspricht

In der Praxis ist häufig zu registrieren, dass an älteren Gebäuden energetische Sanierungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Da die Anforderungen der WSchV 77 nicht sonderlich hoch sind, erfüllen diese Gebäude in vielen Fällen die Kriterien, die eine Wahlfreiheit zwischen den beiden Energieausweisarten ermöglichen.

Online-Check zum Energieausweis: Ist der Verbrauchsausweis möglich?

Erstmals stellt energieausweis-vorschau.de nun einen einfachen und kostenlosen Hauscheck zur Verfügung, mit denen Hauseigentümer ohne Vorkenntnisse in wenigen Minuten prüfen können, welcher Energieausweis für ihr Haus möglich ist.

Hier geht es zum Online-Check für Hauseigentümer!

Bedarfsorientierter Energieausweis: Teuer und falsch?


Nach über einem Jahr Ausweispflicht und jeder Menge ausgestellter Bedarfs- und Verbrauchsausweise lässt sich feststellen: Sowohl die Panikattacken vieler Lobbyisten gegenüber dem einfachen und billigen verbrauchsbasierten Energiepass als auch deren Hohelied auf den bedarfsorientierten Energieausweis waren verfrüht, übertrieben und wahrscheinlich komplett falsch.

Wir konnten (wie im übrigen schon vor Jahresfrist prognostiziert) in vielen Fällen feststellen, dass bei ein und demselben Gebäude die Ergebnisse des Bedarfsausweises z.T. sehr stark von den Energiekennwerten des Verbrauchsausweises abwichen. Insbesondere traf das auf ältere Bestandsgebäude zu. Hier lag der Bedarfswert für Endenergie im Mittel 80-100 kWh/m²a über dem Verbrauchskennwert des Verbrauchspasses. Solche Abweichungen sind durch ungewöhnliches Nutzerverhalten nicht zu erklären, zumal es eine klare Tendenz und keinerlei Abweichungen in die andere Richtung gab.

Zu erklären ist es natürlich mit dem Berechnungsalgorythmus des Bedarfspasses, der auf abweichende Raumtemperaturen (Absenkung) in einzelnen Räumen, die in der Realität überall anzutreffen sind, z.B. nicht eingeht.

So werden Bauphysik und Heizungsanlage mit dem bedarfsorientierten Energieausweis zwar vergleichbar berücksichtigt, die ausgegebenen Bedarfswerte lassen aber keinerlei realitätsnahen Rückschluss auf die tatsächlichen Verbrauchsdaten des Gebäudes zu. Und an der Stelle verliert der Ausweis sowohl für Eigentümer als auch für Mieter seinen Wert. Falsch ist er deshalb natürlich noch lange nicht.

Den Verbrauchsausweis schätzen wir da generell aussagekräftiger ein. Die Verbrauchsabweichung beträgt bei extremen Nutzungsunterschieden max. 20%, liegt also in Extremfällen noch unter der mittleren Abweichung von Bedarfsausweisen.

Neue dena-Broschüren zum Energieausweis und Contracting


Am 1. Juli 2009 wird der Energieausweis auch für Nichtwohngebäude wie Schulen, Krankenhäuser oder Bürobauten Pflicht. Mit der Broschüre Energieausweis für Nichtwohngebäude der Einstieg in die Modernisierung bietet die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) öffentlichen und privaten Eigentümern eine praxisnahe Hilfe bei der Umsetzung der gesetzlichen Neuerung. Der Energieausweis hilft die Energieeinsparpotenziale offenzulegen und zeigt, welche Modernisierungsmaßnahmen sinnvoll sind. Energieverbrauch senken und Kosten sparen lässt sich dann ganz ohne zusätzliche Investitionen zum Beispiel mit Hilfe von Contracting. Wie Bund, Länder und Kommunen Contracting-Projekte vorbereiten und durchführen können das zeigt der neue Contracting-Lotse für Kommunen der dena.

Energieausweis für Nichtwohngebäude der Einstieg in die Modernisierung
Welche Gebäude benötigen einen Energieausweis? Ist der bedarfs- oder verbrauchsbasierte Energieausweis sinnvoll? Die Broschüre enthält Antworten auf die zentralen Fragen zum Energieausweis, Empfehlungen der dena für das Vorgehen bei seiner Erstellung sowie Tipps rund um die Vertragsgestaltung zwischen Gebäudeeigentümer und Aussteller von Energieausweisen. Darüber hinaus zeigt diese Publikation anhand von Praxisbeispielen, wie der Energieausweis als Einstieg in die Modernisierung von Nichtwohngebäuden genutzt werden kann und welche Schritte bei einer energetischen Modernisierung sinnvoll sind.

Contracting-Lotse für Kommunen
Die Arbeitshilfe unterstützt Mitarbeiter in den Ländern und Kommunen bei der Entwicklung von Contracting-Projekten. Sie zeigt, welche Gebäude für Contracting in Frage kommen, welches Contracting-Modell sich für welche Anforderungen eignet, welche Einsparungen beim Energieverbrauch erzielt werden können und wo Beratung zu finden ist. Einige Beispiele aus der Praxis sowie typische Fragen zum Contracting runden den Leitfaden ab.

Die Broschüre Der Energieausweis für Nichtwohngebäude kann gegen eine Gebühr von 9,90 Euro bestellt werden. Für Mitarbeiter aus Ländern und Kommunen ist der Contracting-Lotse für Kommunen kostenlos bei Übernahme der Versandkosten zu beziehen, für Firmen und Privatpersonen beträgt der Kaufpreis 19,95 Euro.

Beide Publikationen sind über http://www.zukunft-haus.info/publikationenzu beziehen.

60 Prozent der Gebäude haben Energieausweis


Für fast 60 Prozent der vermieteten Wohngebäude in Deutschland gibt es einen Energieausweis. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (Dena). 82 Prozent der gewerblichen und 31 Prozent der privaten Vermieter haben für ihre Gebäude einen entsprechenden Ausweis. Bei einem Viertel der deutschen Vermieter herrscht noch Unkenntnis darüber, dass „der Energieausweis bei Neuvermietung von Wohnungen oder Häusern verpflichtend ist“, teilte die Dena mit.

Der auf Heizkostenabrechnungen basierende Verbrauchsausweis ist weiter verbreitet (78 %) als der Bedarfsausweis (22 %), der auf einer technischen Analyse der Bausubstanz und der Heizungsanlage basiert. Die Bereitschaft, den Energieausweis unaufgefordert vorzuzeigen, hängt „maßgeblich“ von der Farbskala des Ausweises ab. 28 Prozent der Vermieter zeigten den Ausweis laut Umfrage aus freien Stücken, 63 Prozent legten ihn auf Nachfrage vor.

Quelle: dena, energate

Nichtwohngebäude: Ein Energieausweis für mehrere Gebäude möglich?


Kann man einen Verbrauchsausweis auch für mehrere Nichtwohngebäude (z.B. Gewerbe- oder Industriebauten bzw. öffentliche Einrichtungen) ausstellen, wenn diese sich in einer Liegenschaft befinden und ihre Verbräuche über einen gemeinsamen Zähler erfasst werden?

Was auf den ersten Blick ziemlich abenteuerlich klingt, ist aber tatsächlich möglich. Es handelt sich hier sicher um einen Sonderfall, der z.B. verzweigte Liegenschaften (Krankenhäuser, Universitätsgelände, Industriestandorte) betreffen kann. Die Energieeinsparverordnung trifft hierzu in den Regeln zur Energieverbrauchserfassung in Nichtwohngebäuden allerdings eine eindeutige Aussage:
Zitat:
„Der Energieverbrauch soll im Grundsatz für jedes einzelne Gebäude ermittelt werden. Besteht bei
Liegenschaften aus mehreren Gebäuden – insbesondere wegen nicht vorhandener dezentraler Messeinrichtungen
– keine Möglichkeit, Energieverbrauchswerte für die einzelnen Gebäude zu ermitteln,
darf ein Energieausweis auf der Grundlage des Energieverbrauchs abweichend vom vorstehenden
Grundsatz auch für mehrere Gebäude gemeinsam ausgestellt werden.“

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